himmelNah
wie lange noch?

wie lange Wüste?
wie lange muss ich bleiben?
wusste Jesus, dass es 40 Tage sind?
oder die Israeliten, dass es 40 Jahre sind?
wann sind wir da?
nach einem Tag, einer Woche, einem Monat…?
ich habe Hunger,
ich muss mal,
und bin ich hier überhaupt richtig?
geht der Weg zum verheißenen Land da wirklich durch?
und ich weiß, dass ich hier in der Wüste genau richtig bin,
nicht weil es schön ist,
nicht weil es irgendwie doch romantisch ist
oder heldenhaft,
sondern weil ich glaube.
dass du Gott bei mir bist,
dass du Gott mich führst,
und mitten in der Wüste
wenn Sehnsucht das Paradies auch mal in der Ferne flimmern sieht,
entdecke ich
plötzlich und unerwartet
verheißenes Land
schon in mir.

wenn Verzicht wirklich Verzicht ist sich trennen, auch wenn es Sinn-voll scheint, ist nie gut, sondern tut weh, immer. Loslassen ist die schwerere Wahl, Worte fehlen, manchmal sogar Tränen, und doch ist es genau diese Wahl, die zum Leben führt, nur manchmal ist es noch hinter der nächsten Kurve nicht sichtbar, und gerade wenn der Weg schwer und wir langsamer werden rückt es in noch weiterer Ferne. manchmal ist Verzicht einfach nur Leere, wo ich mir sogar selbst fehle, aber Atem kommt weiterhin von selbst, atmet ein, atmet aus und Ruach hält die Trauer mit mir gemeinsam.

kann Verzicht schön sein? wenn ich den Verzicht wählen kann und wenn ich weiß, warum. Was denke ich an einem grauen Wintertag? Was denkst du? Ich möchte in den Süden, ins Warme, mit blauem Himmel, Sonnenschein und Meer. Das kann ich aber nicht so einfach… mein Bankkonto gibt das nicht her und mein Portemonnaie ist auch leer… da heißt es sparen. Sparen bedeutet, dass ich auf etwas verzichten muss: einen Kinobesuch, ein Essengehen, das neue T-Shirt oder das Buch, vielleicht sogar auf eine Woche Fleischessen oder guten Käse einkaufen. Ich verzichte, damit ich mir meinen Wunsch erfüllen kann, in den Urlaub zu fahren. Was ist dein Wunsch? Wenn dein Leben gerade grau und kalt und ungemütlich ist… Wohin möchtest du? Wo glaubst du scheint die Sonne und ist es wärmer, freundlicher? In welchem Leben möchtest du leben? Vielleicht kostet dich die Reise dahin auch etwas, sehr wahrscheinlich sogar. Aber ist es das dann nicht wert? vielleicht kann Verzicht dann sogar schön sein...

Worauf ich gut verzichten könnte: auf schlechte Träume, anstrengende Kollegen, keine Zeit zu haben, immer wiederkehrende Schmerzen, auf meine Schwäche, wenn mein Leben mich überfordert, auf mein liebloseres Selbst. Worauf ich nicht verzichten will: auf schlechte Träume, anstrengende Kollegen, keine Zeit zu haben, immer wiederkehrende Schmerzen, auf meine Schwäche, wenn mein Leben mich überfordert, auf mein liebloseres Selbst. weil ich dadurch von einem besseren Leben träume, wachsen kann, mir Zeit nehmen lerne, weiß ich noch nicht, anders stark werde, mein Leben abgeben lerne, demütig bleibe und mich hoffentlich verändere. weil alles Leben ist und weil ich es ganz möchte, nicht nur halb, weil ich das Leben in Fülle will, dass du mir im Johannes-Evangelium versprichst!

AscheKreuz ein Kreuz auf meinem Weg, eine Weggabelung mit der Einladung stehen zu bleiben und mir meinen Weg anzuschauen. Meine Umgebung. Wo bin ich eigentlich? Habe ich mich die letzten Kilometer eigentlich auch mal umgeschaut? Wie geht es mir? Pause -Atmen- Wie geht es mir? Eine Frage, aber vielleicht mal mit einem Ausrufungszeichen. Und ja, ich darf mir in dieser Zeit auch einfach mal die modernste Frage stellen: „bin ich glücklich?“ wie läuft es in meinen Beziehungen? Wie geht es mir gesundheitlich? Bin ich zufrieden? Bin ich in Frieden mit mir und der Welt? Ein Kreuz als Vorrecht, die Möglichkeit zu haben, stehen zu bleiben und wählen zu dürfen. MEINEN Weg wählen zu dürfen. Ein Kreuz aus Asche. Asche entstanden aus etwas, was mal gut war. Früher, und mir etwas genützt hat. Etwas, das mir Freude gemacht hat. Etwas, das zu mir gepasst hat. Und dann, irgendwann trocken geworden ist, staubig, leblos. Ein Kreuz aus Asche zeigt mir, dass mir alles Leblose auch dienen kann. Alles Leblose sich verändern kann und mich und mein Leben fördern kann, wenn es verbrannt wird. Ein Kreuz, weil wir diese Zeit und dieses Leben nicht alleine leben müssen. Weil wir die Einladung bekommen haben an etwas Gutem zu glauben. Weil wir hoffen dürfen, dass alles gut wird, am Ende unseres Weges und genau jetzt! an einem Wegkreuz, wo noch nicht alles gut ist, weil Gott dabei sein kann.

die Kerzen gehen nicht mehr alle an, Advent ist vorbei, und ich sitze hier am 1. und schaue ins Graue, es war schön und Silvester auch, Raclette wie immer lecker und ich wie immer vollgegessen, viel gelacht, liebe Menschen um mich, und doch sitze ich nun hier und frage mich, Neues Jahr, neues Glück? Warum eigentlich? Nur weil sich die Zahl ändert? ist doch alles gleichgeblieben, bis auf die Anzeige auf meiner Waage vielleicht… das neue Jahr soll besser werden, auf jeden Fall anders aber warum sollte es das? Warum jetzt und nicht letztes Jahr schon? Neu-Start, Neu-Anfang, nochmal von vorne, jetzt mache ich es richtig… aber mal ehrlich, wer will bei Monopoly schon wieder zurück auf Los? okay, die denen die Park- und Schlossstraße nicht gehören. Ist es das? Weil wir etwas nicht haben? und natürlich wollen wir Gesundheit, brauchen wir sie und Kraft und Freude und Liebe. ein neues Jahr, neue Hoffnung oder eine neue Illusion? dieses Jahr, dieses Jahr vielleicht, bestimmt…bitte, ich wünsche mir das auch. Aber was wäre, wenn schon alles gut ist, jetzt! nicht das „gut“ woran wir als erstes denken, aber gut, weil es eben Leben ist und Leben ist hell und dunkel, Gesundheit und Krankheit, Liebe und Angst, Gemeinschaft und Einsamkeit, Stillstand und Wachstum, Lachen und Weinen, Leben und Tod. natürlich wollen wir mehr, und besser, das sollen wir, das dürfen wir, das müssen wir, denn diese Kraft in uns ist einzigartig, da werden wir eingeladen, mitzuwirken, selbst zum Schöpfer zu werden, zu gestalten, da wachsen wir, manchmal unsichtbar für andere und für uns an innerer Stärke, auch wenn wir nicht wandern können. Das ist kein „schwacher“ Trost, das ist Leben, das sind wir großartig, und ja, es gehen nicht mehr alle Kerzen an, aber der nächste Advent kommt ja wieder und dazwischen wünsche ich uns ein wunderbares Jahr 2026 mit Leben in ganzer Fülle. Samuel Harfst- das Privileg zu sein https://www.youtube.com/watch?v=zVadKJ2LxN8&list=RDzVadKJ2LxN8&start_radio=1

„Ich bin noch gar nicht in Weihnachtsstimmung“ aber was genau ist diese Stimmung? häufig wurde eine besondere Freude als eine solche beschrieben und ein präsent- sein ein genießen- können einen Frieden spüren. falls es dich beruhigt: Maria fühlte sich ganz bestimmt auch nicht in der richtigen Stimmung als Jesus geboren wurde und ich bin auch froh, dass es ja Heiligabend heißt, ABEND! und ich noch den dreiviertel Tag Zeit habe, um zu saugen, Wäsche zusammen zu legen, noch Käse und Brötchen für morgen zu kaufen, Haare zu waschen, neue Batterien in die Lichterkette zu legen, zu kochen, zur Apotheke zu gehen, die letzten Geschenke zu verzieren, spazieren zu gehen, damit ich noch rauskomme, meine Mutter willkommen zu heißen, den Hund meiner Mutter willkommen zu heißen, die Küche aufzuräumen,… und dann, ja dann darf Jesus auch endlich in mein Leben geboren werden, ich hoffe nur, dass ich dann nicht zu erschöpft für ihn bin, wann genau wollte er nochmal kommen? Wie, er ist schon da? hier, jetzt? mitten in meinem Chaos und meinem Unperfekten … sitzt er da auf dem Sofa mit diesem Blick und dem Lächeln, streichelt den Hund meiner Mutter und ihm schmecken meine krummen Nussecken, der Wäscheständer neben meinem Tannenbaum stört ihn nicht, mich auch nicht und plötzlich ist sie da die Stimmung, dieses Lächeln und warme Gefühl im Bauch, weder von mir noch von meiner Umgebung abhängig, „Oh du Fröhliche…“ singe ich aus tiefstem Herzen.

wenn du gebrannte Mandeln zuhause selbst machst gibt es immer diesen einen Moment, wenn der Zucker krümelig und bröselig ist und nichts passiert, außer dass der Zucker und die Mandeln immer seltsamer werden und du fängst an zu glauben, dass es nichts geworden ist und du denkst auch schon darüber nach, alle Mandeln in den Müll zu werfen, schade oder so ein Mist… und genau dann muss man weitermachen, scheinbar endlos passiert weiterhin erstmal nichts, aber fast unerwartet karamellisiert dieser Krümelzucker, du darfst wie ein Irrer rühren und die schönste zuckrige karamellisierte Schicht legt sich um die Mandeln und macht sie so lecker. wann denkst du in deinem Leben, dass es nichts geworden ist, dass es nichts mehr wird? und dass du es eigentlich in den Müll werfen könntest… mach weiter, mach weiter! irgendwann legt sich das Glück auch um dein Leben, um dein Herz, macht es süß und richtig gut.

mein Herzens-Wunsch wieder auf meiner Wunschliste wie auch letztes Jahr und das zuvor und wieder nicht erfüllt… so lehne ich am Baumstamm mit Blick in die Wälder genieße die Sonne, die Schönheit deiner Schöpfung und weine mit dir zusammen, bis mir auffällt, dass ich ja gar nicht alleine bin, wenn ich mit dir gemeinsam weinen kann. kommen dir noch Tränen? oder zu beschäftigt… mit den Wünschen der anderen oder deinem Wunsch, den anderen zu gefallen. vielleicht strengst du dich auch einfach nur noch mehr an beim Blick auf den Corona-Teststreifen oder auf dein Konto, beim leeren Sessel oder weil du nicht gesehen wirst, vielleicht ist die Tür zu deinem Partner verschlossen oder er ist weg, vielleicht verstehst du die Welt nicht mehr oder einfach nur dich selbst nicht. Zwei Tage bis Weihnachten und neben Mehl, Eiern und Schokolade und dem hastigen Spurt in den Supermarkt, weil noch Backpulver fehlt dürfen wir da hinschauen, was uns in unseren Leben fehlt, was anders gelaufen ist als gedacht, unserem Unerfüllten Raum geben… damit Jesus auch genau dort sein kann, wo wir ihn brauchen, in unserem Stall; das hat sich Maria bestimmt anders vorgestellt und doch kamen die Weisen genau dort hin und bringen ihre Geschenke in unsere Armut.

ich war tanzen, natürlich nicht allein und es geht immer noch, das mit Wasser in Wein, sogar in Glühwein😊 und viel Spaß, okay, vielleicht waren es auch meine 4,50 Euro, aber der Spaß war echt, und die lächelnden Menschen, spontane Gespräche am Feuer zum Aufwärmen. Ich habe dann mal zugehört, was Jesus denn so zu den Leuten gesagt hat, ob er ihnen von seinem Vater oder vom Himmel erzählt hat… aber sowas habe ich erstmal nicht gehört. Er stand einfach bei ihnen, hat auch gelächelt, sie angesehen, sie gesehen. Ihnen zugehört, sie gehört. war einfach da, liebevoll und das war genug.
